DIE KLANGSÄULEN
...sind mein bisher größtes und ergeizigstes Bastelprojekt.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die Grundlagen für diese
genialen Schallwandler nicht "auf meinem Mist gewachsen" sind.
Die Geschichte fing vor ein paar Jahren an, als mich mein Freund
Mario "DJ Buffel" Hoffmann als Gast zu einem Hörertreffen einlud.
(Hörertreffen dienen u.a. dazu, unseren blinden Zeitgenossen neues
HiFi-Equipment nahezubringen.) Dort hatte ich das Glück und die Ehre,
den Erfinder und Patentinhaber dieser Klangsäulen sowie die Säulen
selbst kennenzulernen. Was sich mir dort bot, war vom Allerfeinsten.
Nicht nur, dass diese ungewöhnlichen Lautsprecher äußerst
präzise und brilliant zu Werke gingen, sie erzeugten genau diese
Raumakustik, die lange Hörsitzungen so angenehm macht.
Der wesentliche Unterschied zwischen diesen Klangsäulen und
herkömmlichen Lautsprecherboxen besteht in der Art und Weise der
Schallausbreitung. Normale Boxen erzeugen im Wesentlichen gerichteten
Schall, welcher im Hörraum erst nach mehreren Reflektionen versiegt.
Die Reflektionen wiederum hinterlassen ihre Spuren als unerwünschten
Hörraumhall in der Darbietung. Außerdem entstehen bei wandnaher
Aufstellung Geisterschallquellen, welche die imaginäre Bühne zerstören.
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Rundumstrahler verteilen dagegen ihre Schallenergie im Idealfall
kugelförmig. Man müsste eigentlich zu dem Schluss kommen, dass
das Schallereignis diffus im Raum schwebt, aber genau das Gegenteil
ist der Fall. Es kommt genau die Menge Direktschall zur richtigen
Zeit am Ohr an, wie man sie auch von einer natürlichen Schallquelle
empfangen würde. Das verblüffende Ergebnis ist eine äußerst
präzise räumliche Darstellung.
Ich war von jenem Tag an von dem Gedanken besessen, ebensolche
Klangsäulen zu besitzen. Nun war zwar der Wille stark, aber
das Portmonee war schwach. Immerhin kostete ein Pärchen dieser
Schallwandler ca. 7 000,- DM. Da half nur Eines - Eigenbau !
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...und so ging es an die Arbeit. Zum grundsätzlichen Verständnis sei gesagt, Auf dem nächsten Bild wird das Prinzip |
Anhand der Form des Reflektors lässt sich Er selbst bezeichnet den Reflektor als Campanoid. Erfunden wurde das Ganze von ihm schon zu DDR- Zeiten und irgendwann wurde es auch patentiert. Man hüte sich also davor, diese Teile nachzubauen und anschließend zu veräußern ! Die Betonung liegt hierbei auf "veräußern", denn das Nachbauen kann ich nur empfehlen. |
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Die Originalsäulen haben
einen zylindrischen Grundkörper, der auch
weniger massiv ist. Vermutlich besteht der Körper aus gewickeltem Papier.
Die Stabilität war jedenfalls ausreichend, denn ein Gehäuseklang war nicht
zu hören. Ich ging beim Gehäusebau weniger Kompromisse ein und versuchte
Festigkeit, Funktionalität und Ästhetik auf ungewöhnliche Weise in Einklang zu
bringen. Nach Umfangreichen Überlegungen hieß die Zauberformel "BETON".
Der Beton verschaffte mir die Freiheit, die Form des Körpers beliebig zu gestalten.
Der Kegelstumpf scheint hier die Idealform zu sein. Einerseits entsteht dadurch
eine genügend große Aufstandsfläche, um das Kippmoment der Klangsäule zu
verringern, andererseits gibt es keine parallelen Gehäusewände, an denen sich
stehende Wellen bilden können. Drei Zentimeter Wandstärke und fünffache Gewebe-
armierung unterbinden jegliches "Eigenleben" des Korpus'. Wenn man einmal vom
Transport der Säulen absieht, bringt das hohe Gewicht einen weiteren Vorteil zu Tage.
Die mit dem Gewicht verbundene Trägheit verhindert, dass die Reaktionskräfte des
Tief-Mitteltonlautsprechers bei extremen Bassschlägen in den Boden des Hörraumes
eingeleitet werden. Schließlich bleibt noch zu erwähnen, dass Beton eine
Vielzahl an Möglichkeiten der Oberflächengestaltung bietet.
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Als Erstes drängt sich natürlich die Frage auf.: |
den Tieftöner befestigt werden. Man kann sich hier schon unangenehme Nacharbeit sparen,
wenn man die Schalung der Säule auf eine waagerechte Unterlage stellt. So ist es möglich
das Ergebnis beim Formen mit einer Wasserwaage direkt nachzuprüfen. Die
Oberflächenstruktur meiner Säulen habe ich durch Auftupfen von Zementmörtel mittels
Malerbürste erreicht. An dieser Stelle sollte man aber seine Fantasie freien Lauf lassen.
Sobald die beiden Kegelstümpfe die nötige Die nächsten Handgriffe gelten der Bodenmontage. |
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Die Originalsäulen sind ein Zweiwege-Bass- |
Rechts im Bild ist die Frequenzweiche vor ihrer |
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Die drehsymetrischen Teile des Säulenkopfes habe ich alle aus Holz gefertigt. Diese
Variante kommt sicher nicht für jeden Selbermacher in Frage, denn man benötigt ja
außer gut abgelagertem Holz auch eine Drechselbank. Nun ja, der Auflagering für
den Tiefmitteltöner und der Dom für den Hochtöner ließen sich auch aus Leimholz-
platten mit Hilfe einer Oberfräse herstellen. Die Form des Reflektors allerdings
erfordert eine andere Technologie. Dort könnte ich mir auch eine keramische
Variante vorstellen. ( Es ist eine Herausforderung für den Bastler. )
Als Klebstoffe wurden Heißkleber, Silikon und Holzkaltleim verwendet.
Die Verbindungsstreben zwischen den einzelnen Teilen bestehen, wie im Bild oben
unschwer zu erkennen ist, aus 12 mm Kupferrohr und den entsprechenden Fittingen.
Das gab mir die Möglichkeit, die Kabel der Hochtonlautsprecher "verschwinden"
zu lassen. Rohre und Fittinge sind nicht extra verklebt. Beim Lackieren dringt
durch die Kapillarwirkung Farbe ein und fixiert das Ganze. Die Montage der oberen
Teile erfordert etwas Augenmaß, denn es gibt kaum Anhaltspunkte zum Messen.
Auch in diesem Bereich kann ich mir gut andere Konstruktionen vorstellen.
Sollte ich Dich mit meinen Säulen zum Bau ebensolcher Schallwandler animiert
haben und Du brauchst mehr Informationen, dann schick' einfach eine E-Mail an: